› November 2010

Magazin Dicht!,
ISGATEC, Ausgabe 4/2010
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  • Um Dichtheitsvorgaben im Automotive-Sektor, z.B. im Bereich Hohlkammerprofile der A-Säule von Cabrios, prozesssicher zu gewährleisten, kommt ein neuartiges Verfahren zum Einsatz, bei welchem flüssige 2K-PU-Dichtschäume zur Stabilisierung dienen.
  • Höchste Flexibilität: Das FIPFG-Verfahren ermöglicht vollautomatisiertes Applizieren von frei aufgeschäumten 2K-PU-Dichtungssystemen, deren Härtegrade sowie Farbwerte individuell formuliert werden können.

Prozesszeiten deutlich reduziert...
...durch den Einsatz eines PU-Dichtschaumsystems

 

FLÜSSIGDICHTUNGEN – Für eine spezielle Problemstellung aus dem Bereich Automotive fertigt der Lohnfertiger MIGA Sealtec GmbH aktuell eine Sonderlösung mit flüssigen PU-Dichtschaumsystemen in Serienfertigung. Die Aufgabe betrifft grundsätzlich alle Bereiche, wo Türen, bewegliche Glasscheiben oder ähnliche Komponenten mit der Funktion Öffnen/Schließen eingefasst werden sollen, um definierte Dichtheitsvorgaben zu erreichen. Zum potenziellen Einsatzbereich gehören neben dem gesamten PKW-Bereich auch Nutzfahrzeuge und Omnibusse.

Die Aufgabenstellung wird z.B. konkretisiert bei der A-Säule von Cabrios unterschiedlicher Fabrikate: An der oberen Ecke befindet sich eine „Knotenstelle“, wo die drei Stränge Türprofil, Rahmenprofil und Stoffdach aufeinander treffen. An dieser Stelle ist ein absolut dichter Abschluss erforderlich, der jedoch ohne die Einwirkung zusätzlicher Anpresskräfte erreicht werden muss, um das Hohlkammerprofil vor Beschädigungen zu schützen. Es ist jedoch hinlänglich bekannt, dass die geforderte Dichtheit im Türrahmen von Fahrzeugen, neben der A-Säule bei Cabrios auch im Türschlossbereich sowie bei komplexen Geometrien im Scharnierbereich, nur durch höhere Anpresskräfte realisiert werden kann. Gemäß dem bisherigen Stand der Technik wurde zum Schutz der Hohlkammerprofile bis dato – mangels Alternativen – eine Polsterung durch manuelle Montage vorgenommen. Dabei wurde die Hohlkammer des Profils aufgeschnitten und ein Schulterpolster von Hand eingeklebt, bevor der Schnitt wieder verschlossen und mit Stahlwolle verputzt wurde. Als entscheidende Verbesserung bietet man nun eine vollautomatisierte Dichtungslösung mit fest definierten Prozessparametern an. Als Dichtmaterial kommen flüssige 2K-PU-Schäume zum Einsatz. Die konstruktive Innovation des Fertigungsverfahrens besteht in der flüssigen Einspritzung des Materials in den Hohlraum des EPDM-Profils. Das FIPFG-Material wird mittels einer speziellen Hohlnadel flüssig in das Hohlraumprofil eingebracht. Die Lage der Profilverstärkung ist über die Position des Einstiches zu steuern. Einfüllmenge und Schaumdichte bestimmen die Rückstellkraft. Diese Prozesslösung bietet mehrere Vorteile: Das Material ist selbsthaftend, die Einstichstelle selbstheilend, wodurch sich jegliche Nacharbeit erübrigt. Die Schaumkissen lassen sich passgenau, ohne Falten und mit dem jeweils identischen Härtegrad, d.h. mit hoher Reproduzierbarkeit, positionieren. Da die Einspritzung direkt in die vorkonfektionierten EPDM-Endlosprofile erfolgt, entfallen jegliche Nahtstellen. Sämtliche Prozessparameter, sowohl für die Dosieranlage als auch für die eigens konstruierten Vorrichtungen, sind mittels CNCProgrammierung definiert und können bei Bedarf adaptiert werden. Auf dieser Basis ist der Fertigungsprozess vom Werker leicht beherrschbar und bietet eine hohe Verfahrenssicherheit.

Gut zu wissen

• Die vollautomatisierte Dosierung trägt entscheidend zu einer hohen Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit bei
• Das flüssige 2K-PU-Dichtsystem ist im Einkauf günstiger und kann ohne Reste bedarfsgerecht verarbeitet werden

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